Mittwoch, 18. Januar 2017

Beurteiler des Volkes

Roger Letsch auf Unbesorgt:

Die Journalisten-Fabrik und das Schweigen der Bürger

Wer in der DDR ohne Studium der Klassik Musik machen wollte, durfte auf Veranstaltungen selbstverständlich nicht einfach so drauflosfiedeln!
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„Neben der vierten Gewalt hat sich die fünfte Gewalt des Bürgerjournalismus etabliert.“ In diesem Satz steckt ein Universum! Früher gab es Bürger, das war im Zweifelsfall einfach jeder. Dann gab es den „informierten Bürger“, dem man Verständnis attestierte. Der Bürgerjournalist ist nun eine neue Klasse, die zwischen den „Machern“ aus Politik und Medien und den „Bürgern“ etabliert werden soll. Man hebt die „Bürgerjournalisten“ über ihr Umfeld, trennt sie vom „Bürger“, attestiert ihnen ein Klassenmerkmal und verordnet ihr verantwortungsvollen Umgang mit dem, was früher Meinungs- und Pressefreiheit genannt wurde. Das Schöne daran: Sobald der Bürgerjournalist im Sattel sitzt, kann der Bürger wieder die Klappe halten, er ist für Lautsprech einfach nicht qualifiziert genug. Ohne „Einstufung“ geht dann bald gar nichts mehr.