Mittwoch, 18. Januar 2017

Platzhirschblattschuss

Florian Rötzer auf Telepolis:

Macht Mainstreammedienverächter Trump den Journalismus wieder groß?

Nach den Demütigungen der liberalen Medien als Fake-News-Lieferanten wollen diese den Fehdehandschuh aufnehmen, was aber die verzweifelte Lage nur verstärkt
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Aber sein Team plant schon einen weiteren Anschlag auf die alte Vertrautheit: die Verlegung der Pressekonferenz aus dem Weißen Haus an einen anderen Ort, an dem mehr Journalisten teilnehmen können. Der Presseraum im Weißen Haus hat nur 49 Sitzplätze, Pressekonferenzen hier sind also eine wirklich exklusive Angelegenheit. Trumps Stabchef Reince Priebus kündigte an, man wolle Pressekonferenzen möglichst weit allen interessierten heimischen und ausländischen Journalisten öffnen. Dagegen protestieren die Medien, die ihren exklusiven Zugang verlieren könnten. Deren Sprecher meinte, dass "der Zugang im West Wing zu hohen Regierungsmitarbeitern und dem Pressesprecher entscheidend für die Transparenz und die Möglichkeit der Journalisten, ihren Job zu machen, ist". Das ist natürlich scheinheilig und nur der Versuch, lange eingeführte Traditionen und Privilegien zu erhalten - in einer Welt, in der auch die Mainstreammedien zunehmend mit einer Vielzahl von Online-Medien, Bloggern und einer virtuellen Öffentlichkeit konfrontiert sind und die Exklusivität der Berichterstattung verlieren.