Samstag, 4. März 2017

Die Umerziehung

Mick Hume auf Novo - Argumente für den Fortschritt:

Fake-Demokratie ist schlimmer als Fake News

Politiker, die von oben verfügen wollen, was wir glauben sollen, sind eine größere Bedrohung für die Demokratie als Falschmeldungen

Im Westen entspinnt sich eine Panik wegen „Fake News“. Politik, Medien und Unternehmen wollen gegen das Phänomen vorgehen. Ihre Ängste beruhen jedoch auf falschen Prämissen. Anders als von den politischen und medialen Eliten behauptet, lag der Grund dafür, dass 17,4 Millionen britische Wähler für den Brexit votiert haben, nicht darin, dass die Zeitung Daily Express Falschbehauptungen wie „EU-Austritt steigert den Wert von Immobilien“ veröffentlicht hat. Und als 63 Millionen Amerikaner Donald Trump zum Präsidenten gewählt haben, kam das nicht daher, dass irgendwo in Osteuropa zwielichtige Blogger Nachrichten wie „Der Papst unterstützt Trump“ erfunden haben. Auf je eigene Art sind diese Wahlergebnisse Revolten gegen das Establishment. Sie resultieren aus einer Ablehnung der kulturellen Werte tonangebender Kreise durch jene Massen, die als „Erbärmliche“ und Schlimmeres gebrandmarkt wurden.

Die Panik um Fake News und den Anbruch eines vermeintlich „postfaktischen“ Zeitalters ist ein verzweifelter Versuch des Establishments, sich nicht mit der wahren Bedeutung dieser Revolten auseinandersetzen zu müssen. Stattdessen verbreiten die bezwungenen Eliten ein falsches Narrativ, demnach Millionen leichtgläubiger Wähler lügenden Demagogen und deren Fake-News-Propaganda auf den Leim gegangen seien. Sie wollen die Kontrolle über die öffentliche Debatte zurückerlangen, indem sie das Internet säubern, Inhalte auf Webseiten wie Facebook kontrollieren und somit die freie Meinungsäußerung einschränken – alles im Namen der „Verteidigung der Demokratie“.