Sonntag, 30. April 2017

Die neuen Oster-Märsche

Rüdiger Göbel auf Rubikon:

Versüßter Krieg

Eine Schule in Baden-Württemberg stiftet Fünftklässler an, Süßigkeiten und Selbstgemaltes an Soldaten in Afghanistan zu schicken. Doch nicht die Lehrer, sondern die Kritiker stehen jetzt am Pranger.
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Lachgummi, Toffifee und Dosenwurst, dazu viele, viele selbstgemalte bunte Herzchen-Bilder haben Schüler der 5. Klassen des Max-Born-Gymnasiums in Neckargemünd bei Heidelberg an deutsche Soldaten in Afghanistan verschickt. Auf die Idee mit der Truppenbetreuung vor den Osterfeiertagen sind die Kinder natürlich nicht selbst gekommen, ihre Lehrerinnen und Lehrer haben sie dazu angestiftet.
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Diese Sicht auf das Militär und die Auslandseinsätze der Bundeswehr sei den Kindern nicht von »Natur aus« gegeben, so Lorenz, sondern werde durch involvierte Pädagogen erst vermittelt. »Sie machen die Kinder verfügbar für den Dienst an der Waffe und erinnern fatal an die Lehrerschaft am Vorabend des Ersten Weltkrieges. Die Osterpakete versendenden Kinder von heute sind das Kanonenfutter von morgen.«
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Kann man wirklich von Zufall ausgehen, fragt die Linke-Lokalpolitikerin, wenn stattdessen Pakete öffentlichkeitswirksam im Namen einer einer öffentlichen Schule ausgerechnet zu Ostern als Kontrapunkt zu den Ostermärschen der Friedensbewegung verschickt werden?