Dienstag, 25. April 2017

Herrschaftsnähe und Mangel an Objektivität

Marcus Klöckner auf Telepolis:

Urteil vollstreckt: Michael Lüders ist "umstritten"

Ein Kommentar zum Umgang großer Medien mit einem kritischen Autor
Das Urteil der führenden Medien ist vollstreckt: Michael Lüders, der Nahostexperte und Buchautor, ist umstritten. Umstritten, weil er bei Markus Lanz eine Aussage getätigt hat, die falsch war. Umstritten, weil er des Weiteren davon gesprochen hat, dass der Einsatz von Giftgas in der syrischen Ortschaft Ghouta im August 2013 mit "sehr hoher Wahrscheinlichkeit" ein "Angriff unter falscher Flagge" war.
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Wer jeden Satz von Lüders auf die Goldwaage legt und dabei zugleich die Falschaussage der Verteidigungsministerin mit großem Wohlwollen übersieht, liefert einen Journalismus ab, der genau das offenbart, was seit geraumer Zeit viele Kritiker ihm vorwerfen, nämlich: Herrschaftsnähe und einen gravierenden Mangel an Objektivität.
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Lüders' Aussagen werden als Axthieb auf eine Wirklichkeitskonstruktion verstanden, an der Politik und Leitmedien mit sehr viel Einsatz gemeinsam gebaut haben.