Mittwoch, 26. April 2017

Regierung als Vollstrecker

Volker Bräutigam und Friedhelm Klinghammer auf Rubikon:

Dunkel wie das Brandenburger Tor nach dem Anschlag in St. Petersburg

Die Medien sind mitverantwortlich für die globale kriegerische Eskalation.
„Giftgas-Einsatz in Syrien“. Ist es möglich, dass es da nicht in den Redaktionen unserer öffentlich-rechtlichen Medien klingelte? Sender Gleiwitz (2. Weltkrieg), Golf von Tonkin (Vietnamkrieg). Brutkastenbabys (Golfkrieg). Hufeisenplan (Jugoslawienkrieg). 9/11 („Krieg gegen den Terror“, Afghanistan-Krieg)? Oder „Saddams Massenvernichtungswaffen“ (Irak-Krieg), Bengasi-Aufstand (Libyenkrieg), Maidan-Demokratie (Ukrainekrieg)? Erinnern sich Journalisten nicht an historische Fakten?
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Syrischer „Bürgerkrieg“? Müssen Journalisten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks wirklich jede Propagandalüge unkommentiert übernehmen? Hat keiner von ihnen den Mumm, den Syrienkrieg als einen von den USA und ihren arabischen Verbündeten angezettelten, völkerrechtswidrigen Krieg zwecks gewaltsamem Regime-Change zu bezeichnen?
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Politik dient den Interessen der Eliten. Deren Vollstrecker, Regierung genannt, folgen keiner ethischen Maxime, sondern moralisieren nur zur Verbrämung ihres Handelns. Der Kategorische Imperativ gilt da nichts. Politik bleibt kondensierte Amoral, gipfelnd im Massenmordbefehl – beispielsweise unter der Vorgabe, Krieg sei unvermeidlich, Deutschland müsse „mehr internationale Verantwortung“ übernehmen.
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St. Petersburg steht sehr wohl in einer besonderen Beziehung zur deutschen Hauptstadt: Es wurde bekanntlich im Weltkrieg II, als es noch Leningrad hieß, von der Nazi-Wehrmacht eingeschlossen. Während der zweieinhalb Jahre dauernden Blockade verhungerten mehr als 900 000 Bewohner. Die Zahl der Leningrader Toten insgesamt wird auf 1,1 Millionen geschätzt. Auf diesen historischen Hintergrund hätte ARD-aktuell hinweisen müssen.