Donnerstag, 8. Juni 2017

Rudeljournalismus, Opportunismus, Karrierismus

Marcus Klöckner im Gespräch mit Mathias Bröckers auf den NachDenkSeiten:

Ein letztes Aufbäumen in der verlorenen Schlacht um das Deutungsmonopol

„Sie haben im Rudel gejault, statt ihren Job zu machen, sie haben Obama und Hillary mit Lob und Hudel übergossen und Donald in die Tonne getreten.“
Das sagt Bestseller-Autor Mathias Bröckers im NachDenkSeiten-Interview über die Berichterstattung der Medien zu Donald Trump und der Wahl in den USA.
Bröckers, der zur Gründergeneration der taz gehört, hat gerade ein neues Buch veröffentlicht, worin er die aktuelle Entwicklung in den USA literarisch verfremdet als Geschichte erzählt, die an die US-amerikanische Fantasyserie „Games of Thrones“ anknüpft.
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Trump ist ein Charismatiker und hat das Publikum überzeugt. Hillary Clinton war so unbeliebt wie kein Präsidentschaftskandidat jemals zuvor. Hätte sie Bernie Sanders nicht weggemobbt, der ebenfalls charismatisch und authentisch rüberkam und die Stadien füllte, wäre Trump heute nicht Präsident.
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Wie erklären Sie sich das Verhalten dieser Medien?
Rudeljournalismus, Opportunismus, Karrierismus, Geistesarmut, Seelenschwäche…
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Dass die Leitmedien auf ihre eigene Filterblase hereingefallen waren, dass das von ihnen konstruierte Bild des Wahlkampfs und der Situation in USA selbst ein Fake war und nicht der Realität entsprach, das checkten sie erstmal gar nicht.